1/2 Die nachfolgenden Aussagen über die im
Bundesarchiv, Abteilungen Potsdam, vorhandenen
Quellen zur Geschichte der Juden beziehen
sich im wesentlichen auf die im ehemaligen
Zentralen Staatsarchiv, d. h. in der heutigen
Abteilung III (Deutsches Reich 1871-1945)
des Bundesarchivs in Potsdam verwahrten Bestände.
Es handelt sich um die archivalische Uberlieferung
der Parlamente (Reichstag, Arbeiter- und
Soldatenräte Groß-Berlins, Reichsrat, Vorläufiger
Reichswirtschaftsrat), von Staatsoberhaupt
und Reichskanzler, der obersten Reichsbehörden
(Reichsministerien und Reichsämter), höherer
Reichsbehörden wie dem Rechnungshof
des Deutschen Reiches, dem Statistischen
Reichsamt, dem Reichsgericht, ferner um das
Archivgut von politischen Parteien (z. B. Fortschrittliche
Volkspartei, Deutsch-nationale
Volkspartei, NSDAP), von Verbänden (u. a.
Deutscher Nationalverein, Stahlhelm, Deutsche
Stiftung, Alldeutscher Verband), Berufsverbänden,
Interessenvereinigungen (u.a. Organisationskomitee
der XI. Olympiade 1936,
Reichsbund der höheren Beamten), und um
Nachlässe von Persönlichkeiten (z. B. Ludwig
Bamberger, Konrad Haenisch, Ernst Heidelberger,
Eduard Lasker, Alfred Mombert,
Gustav Noske, Hans Siemsen, Isaac Wolffson).
Als Depositum befinden sich hier zur Zeit auch
noch erhalten gebliebene Bestände des ehemaligen
Gesamtarchivs der deutschen Juden; ein
weiterer erhalten gebliebener Teil dieser Bestände
wird in den Central Archives for the History
of the Jewish People in Jerusalem
aufbewahrt.
1/3 Die gesamte archivalische Überlieferung kann
Quellen zur Geschichte der Juden enthalten,
was sich aus ihrer Integration bzw. Segregation
in Staat und Gesellschaft ergibt. Nicht immer
ist das anhand der Angaben in den Findhilfsmitteln
zu erkennen. Das trifft vor allem auf die
sog. Generalia bei den Reichsbehörden zu, die
auf alle Fälle vom Forscher durchzusehen sind.
Eine entscheidende Voraussetzung für das Auffinden
solcher Quellen ist - wie stets bei archivarischen
Recherchen - eine genaue
Kenntnis des Verwaltungshandelns, der Kompeten-
zen der Behörden sowie vor allem der
Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte.
Nachfolgend kann nicht auf alle für die Geschichte
der Juden relevanten Bestände eingegangen
werden. Beispielhaft sei auf einige für
die Thematik besonders wichtige hingewiesen:
Im Bestand Reichskanzleramt können zahlreiche
Betreffe zu Juden gefunden werden in den
Gruppen Auswanderungswesen, Bau- und
Grundstücksangelegenheiten, Gewerbewesen,
Polizeiwesen, Steuern, Verfassung und Verwaltung,
Staatsangehörigkeitssachen, Ein- und
Ausbürgerungen. Es gibt hier u. a. Quellen
zum Antisemitismus, zu „Mischehen", zu
Rechtsverhältnissen der Juden.
Die Bestandsgruppe Auswärtiges (Auswärtiges
Amt, diplomatische und konsularische Vertretungen)
enthält vielfältige Informationen zur
Situation von Juden in anderen Ländern einschließlich
in den deutschen Kolonien, über
Ein- und Auswanderungen, Staatsangehörigkeitsfragen
bis zu Meldungen über in den annektierten
bzw. besetzten Gebieten lebende
Juden.
Im Bestand Reichsministerium des Innern
kommen vor allem die Gruppen Personenstandswesen
(z. B. Namensrecht, -änderungen,
Familienrecht, Eheschließungen und -scheidungen
von Juden und Nichtjuden, Adoptionen),
Religion und Religiensvereinigungen,
Vereinswesen (z. B. Verband der deutschen Juden),
Wanderung, Beamtensachen (Behandlung
von Juden im Staatsdienst), Wohlfahrtspflege
sowie Erb- und Rassepflege in Betracht.
1/4 Bestände wie das Reichssippenamt und das
Reichssicherheitshauptamt oder die Reichsvereinigung
der Juden in Deutschland stehen im
Mittelpunkt des Interesses besonders im Hinblick
auf die Verfolgung und Vernichtung der
jüdischen Bevölkerung. Bei ersterem ist auf die
Erfassung jüdischer Archivalien, insbesondere
von Personenstandsunterlagen, und auf die Erhebungsbögen
aus der Volkszählung vom
17. Mai 1939 zu verweisen. Beim Reichssicherheitshauptamt
ist es v. a. die Uberlieferung des
Amtes IV B, soweit sie erhalten ist. Hinweise
auf Juden sind aber auch zu finden in der Aktengruppe
Maßnahmen gegen Ausländer und
in eingegliederten oder angegliederten Gebieten
mit Tagesrapporten, Stimmungs- und Lageberichten
aus Österreich, dem Sudetenland,
dem Protektorat Böhmen und Mähren; genannt
sei auch die Aktengruppe Überwachung
der öffentlichen Meinung und Stimmung des
Volkes mit regionalen Stimmungsberichten
und Angaben zu Einzelfällen von Verfolgung
und Überwachung, ferner die Lageberichte der
Gestapo.
Die Bestandsgruppe Justiz mit den Beständen
Reichsjustizministerium, Reichsgericht, Oberreichsanwalt
und Volksgerichtshof enthält eine
Fülle von Informationen zur Thematik sowohl
in den Generalakten als auch in den Einzelfallakten,
wobei für die Heranziehung letzterer die
Kenntnis der Namen Voraussetzung ist. (vgl.
hierzu auch die Beschreibung der Bestände des
Bundesarchiv/Zwischenarchivs, S. 6 f.)
1/5 Kursorisch genannt seien die Bestände
-des Reichsfinanzministeriums mit Quellen
zur Steuer- und wirtschaftsrechtlichen Behandlung
der Juden nach Erlaß der Nürnberger
Gesetze, zur Reichsfluchtsteuer und zu
Vermögensabgaben sowie zur Beschlagnahme
jüdischen Vermögens;
-des Rechnungshofes des Deutschen Reiches
mit Quellen über die Einziehung jüdischen
Vermögens sowie über die Entlassung jüdischer
Beamter;
-der Deutschen Reichsbank mit Akten zum
Transfer von Auswanderervermögen, zu Devisenabgaben,
zur „Arisierung" jüdischer
Banken und den Auswirkungen der Maßnahmen
gegen die Juden auf die Wirtschaft;
-des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt
mit Quellen zur gesetzlichen Stellung
der Juden als Mieter, zur „Arisierung
jüdischen Grundbesitzes sowie zur Verwendung
jüdischer Wohnungen;
Bundesarchiv, Abteilungen Potsdam 1/8
- des Reichswirtschaftsministeriums mit Informationen
u. a. zur Ausschaltung von Juden
aus dem Wirtschaftsleben, zur Besteuerung
von Juden, zum Verband jüdischer gewerblicher
Genossenschaften;
- des Reichsarheits-, Reichsverkehrs- und Reichspostministeriums
mit Quellen über osteuropäische
Juden sowie die Ausschaltung jüdischer
Arzte;
- des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung
und Volksbildung (Quellen u. a. zu
Maßnahmen gegen Juden, Rasseforschung,
privaten jüdischen Schulen);
- des Reichsministeriums für die kirchlichen
Angelegenheiten mit Quellen u. a. zur Behandlung
der Juden in anderen Staaten;
- und des Reichsministeriums für Volksaufklärung
und Propaganda mit Dokumenten über
die Ausschaltung von Juden aus dem kulturellen
Leben, zum Antisemitismus und zu
Auseinandersetzungen um jüdisch-nichtjüdische
„Mischehen".
1/6 Einzubeziehen sind ferner die Dokumente
von Parteien, z. B. über die Beziehungen des
Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen
Glaubens zur Fortschrittlichen Volkspartei;
von Verbänden wie Stahlhelm u. a. mit
Informationen zum Reichsbund jüdischer
Frontsoldaten, oder dem Alldeutschen Verband
mit Dokumenten zur Judenfrage und zu antisemitischen
Aktionen; der Revisions- und Treuhand
AG mit Informationen über die
Einnahmen und Ausgaben der Reichsvereinigung
der Juden in Deutschland (1940) und der
Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden;
und der Reichskreditgesellschaft mit Quellen
zur „Arisierung" jüdischen Vermögens.
Hinzuweisen ist außerdem auf die Nachlässe
jüdischer Persönlichkeiten wie Gerson
Bleichröder, Walter Jacobson, Hans Natonek
u. a., aber auch Nachlässe nichtjüdischer Politiker,
die Korrespondenzen und andere Informationen
zur Judenfrage oder über Juden
enthalten.
1/7 Die archivalische Überlieferung für die Zeit
ab 1945 enthält, verglichen mit der aus der Zeit
1871-1945, in weitaus geringerem Umfang
Quellen zum Thema. Die Bestände Volkskammer,
Staatsrat und Ministerrat enthalten Material
zu Grundsatzfragen in den Beziehungen
zum Staat Israel und zu jüdischen Organisationen
in der Bundesrepublik und im Ausland.
Ergiebiger ist der Bestand Staatssekretär für
Kirchenfragen (einschließlich der Uberlieferung
der Abteilung Kultfragen aus dem Innenministerium
sowie der Hauptabteilung Verbindungen
zu den Kirchen im Ministerrat) mit
Berichten über die Beziehungen zu Kirchen
und Religionsgemeinschaften, der Aktengruppe
„Kirchen- und Religionsgemeinschaften
mit Quellen zum Verband der jüdischen Gemeinden
in der DDR, zur christlich-jüdischen
Zusammenarbeit, zur Tätigkeit des Zentralrates
der Juden in Deutschland und zum Wiedergutmachungsgesetz
der Bundesrepublik.
Im Bestand Ministerium des Innern findet man
im Teilbestand Hauptverwaltung Deutsche
Volkspolizei in der Gruppe Erlaubniswesen
Unterlagen zu den wenigen jüdischen Gemeinden
der DDR, zu Ein- und Ausreisen, Bevölkerungsbewegung
mit Zuzügen, Abwanderungen
und Rückkehrern. Ab 1961 sind entsprechende
Quellen in der Gruppe Schutzpolizei und hier
in Akten zu Kirchen und Religionsgemeinschaften
zu suchen. Hier finden sich auch
Berichte über die Tätigkeit von Religionsgemeinschaften
an zentrale staatliche Dienststellen
und das ZK der SED.
1/8 Zu nennen ist die Gruppe staatliches und
treuhänderisches Eigentum im Bestand des Ministeriums
der Finanzen mit Unterlagen zur
Verwaltung von Reichs-, Preußischem und
Nazivermögen, darunter jüdischer Provenienz,
insbesondere das von emigrierten und von deportierten
Juden, wobei es im wesentlichen um
die Feststellung und Zusammensetzung des
Reichs-, Preußischen und Nazivermögens geht,
aber auch, wenn auch in geringem Maße, um
Restitutionsanträge.
Zu nennen sind schließlich Nachlässe, z. B. von
Hans Seigewasser, Staatssekretär für Kirchenfragen,
mit Informationen zum antifaschistischen
Widerstand, zum Aufbau von Mahnund
Gedenkstätten, zur Nazi Victims Organization,
oder von Friedrich KarlKaulzu Prozessen
gegen Nazi- und Kriegsverbrecher.
<pn>5</pn>
2 Im Bundesarchiv/Zwischenarchiv sind insbesondere
Justizakten zentraler Reichsbehörden
aus der Zeit von 1876 bis 1945 sowie Unterlagen
verschiedener Polizeieinrichtungen, wie
Politische Polizei, Gestapo, Sicherheitsdienst
des Reichsführers SS und des Reichssicherheitshauptamtes
konzentriert. Diese Archivalien
wurden bis 1990 im Zentralen Staatsarchiv
der DDR, Potsdam (ZStA), im Zentralen
Parteiarchiv der SED (ZPA) und im sogenannten
NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit
der DDR („NS-Archiv") verwaltet.
Einzelne Unterlagen befanden sich auch in der
Dokumentationsstelle der Staatlichen Archivverwaltung
beim Ministerium des Innern der
DDR (Dokumentations-Stelle). Während die
aus dem ZStA stammenden Aktenbestände
nach Provenienzen geordnet sind, handelt es
sich bei den Archivalien aus dem ZPA und dem
„NS-Archiv" um unter Vernachlässigung der
Provenienzen nach personellen Gesichtspunkten
zusammengestellte Mischaktenbestände.
Die im Zwischenarchiv vorhandenen Archivalien
sind im Regelfall nur über verschiedene
Personendateien recherchierbar, so daß für die
Erstellung des Inventars relevante Einzelakten
nur durch Autopsie aufgefunden werden konnten.
Einschlägige Archivalien finden sich in folgenden
Provenienzen
- Reichsjustizministerium: Generalakten und
Personalia; Strafsachen, die gegen jüdische
Bürger gerichtet waren, wie Verfahren wegen
Vorbereitung zum Hochverrat, Landesverrat,
Devisenvergehen und Rassenschande; Verwaltung
sogenannten feindlichen Vermögens,
darunter Vermögenswerte in Deutschland
von ausländischen bzw. ausgewanderten Juden
- sogenannte Abwesenheitspflegschaften
(insges. ca. 2.000 AE);
- Reichsgericht: Personalia, insbesondere Richter
und Rechtsanwälte betr. (ca. 250 AE);
- Oberreichsanwalt beim Reichsgericht-. Strafsachen,
die gegen jüdische Bürger gerichtet
waren, wie Verfahren wegen Vorbereitung
zum Hochverrat, Landesverrat sowie verschiedener
krimineller Delikte; Ehrengerichtsverfahren,
insbesondere gegen Rechtsanwälte
(ca. 80 AE);
- Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof :
Strafsachen, die gegen jüdische Bürger gerichtet
waren, wie Verfahren wegen Vorbereitung
zum Hochverrat, Landesverrat, Wehrkraftzersetzung,
Heimtücke und Rassenschande
(ca. 800 AE);
- Justizvollzugsanstalten und Konzentrationslager.
insbesondere Haftunterlagen (14 AE);
- Reichssicherheitshauptamt, einschließlich Vorläufer
und nachgeordnete Dienststellen: insbesondere
über Beobachtung jüdischer Einrichtungen
im Ausland, Auflösung jüdischer
Organisationen, Auswanderung jüdischer
Bürger und Beobachtung jüdischer Persönlichkeiten,
Verfolgung jüdischer Bürger (ca.
400 AE);
- Reichskommissar für die Behandlung feindlichen
Vermögens und Oberfinanzpräsident
von Berlin-Brandenburg: insbesondere Verwaltung
jüdischen Vermögens (Grundbesitz,
Devisenkonten) (10 AE);
- verschiedene Firmen und Betriebe: vereinzelt
Arisierungsvorgänge, insbesondere aber Unterlagen
über die Behandlung jüdischer
Zwangsarbeiter (ca. 40 AE);
-verschiedene Akten über Strafverfahren aus
der Zeit nach 1945, die wegen Straftaten gegen
Juden durch Strafverfolgungsorgane der
DDR bearbeitet worden sind (ca. 250 AE).
5 DY 30/J IV 2/3-2219
Reinschriftenprotokoll Nr. 108 vom 11. Okt.
1974
Enth. u. a.: Notiz über ein Gespräch zwischen
Vertretern des Komitees der Antifaschistischen
Widerstandskämpfer der DDR und der Weltorganisation
für jüdische materielle Ansprüche
gegen Deutschland über Wiedergutmachungsforderungen
jüdischer Opfer des Naziregimes
1974
6 DY 30/J IV 2/3-2286
Reinschriftenprotokoll Nr. 34 vom 26. 3. 1975
Enth. u. a.: Veranstaltungen des Verbandes der
Jüdischen Gemeinden in der DDR zum 30. Jahrestag
der Befreiung vom Hitlerfaschismus
1975
7 DY 30/J IV 2/3 - 3890
Reinschriftenprotokoll Nr. 128 vom 4.11.1985
Enth. u. a.: Gedenkveranstaltung des Verbandes
der Jüdischen Gemeinden in der DDR aus
Anlaß des 47. Jahrestages des faschistischen Pogroms
vom 9.11.1938, der sogenannten
Reichskristallnacht 1985
8 DY 30/J IV 2/3-4271
Reinschriftenprotokoll Nr. 70 vom 20. 6.1988
Enth. u. a.: Bildung eines internationalen Kuratoriums
und einer Stiftung zum Wiederaufbau
der Neuen Synagoge in der Oranienburger Str.
[BerlinJ 1988
9 DY 30/J IV 2/3 -4320
Reinschriftenprotokoll Nr. 118 vom 24.10.
1988
Enth. u. a.: Auszeichnung des Vizepräsidenten
des Jüdischen Weltkongresses, Alexander
Schindler 1988
10 DY 30/J IV 2/3 - 4324
Reinschriftenprotokoll Nr. 122 vom 1.11.
1988:
Enth. u. a.: Auszeichnung des Leiters des
Sternberg-Zentrums für Judaismus, London,
Sigmund Sternberg 1988
11 DY 30/J IV 2/3 -4329
Reinschriftenprotokoll Nr. 127 vom 11.11.
1988
Enth. u. a.: Auswertung von Archivmaterialien
des Zentralen Parteiarchivs im Institut für Marxismus-
Leninismus beim ZK der SED zum jüdischen
antifaschistischen Widerstandskampf
durch den USA-Holocaust Memorial Council
1988
12 DY30/IV 2/4/6
Auswertung der 13. Tagung des ZK, der SED
„Die Lehren aus dem Slansky-Prozeß" durch
die Parteikontrollkommission und die Bezirksparteikontrollkommissionen
1953
13 DY 30/1V 2/4/112
Unitarian Service Committee (Noel H. Field):
Emigration in Frankreich und Mexiko (N-Z)
Enth. u. a.: Befragungsprotokolle und Informationen
von bzw. über Anna Seghers, M.
Stern, L. Zuckermann, P. Merker
Bd. 7 1945-1957
<pn>12</pn>
15 DY 30/IV 2/4/124
Untersuchung der ZPKK im Zusammenhang
mit dem Slansky-Prozeß in Prag
Enth. u. a.: Beschluß des ZK der SED vom 20.
Dezember 1952 zum Slansky-Prozeß
1952-1953,1957
16 DY 30/IV 2/4/397
Untersuchung der parteifeindlichen Tätigkeit
der Gruppe um Josef Triebe, Kleinmachnow,
und die ZPKK und BPKK Potsdam
Enth. u. a.: Julius Meyer, Jüdische Gemeinde
1952-1953
18 DY 30/IV 2/4/404
Jüdische Gemeinde, Republikflucht jüdischer
Glaubensangehöriger und des Agenten Julius
Meyer
Enth. u. a.: Listen von in den Westen gegangenen
Juden (1953) 1948-1953
19 DY 30/IV 2/4/434
Emigration in Israel
Enth. u. a.: Schreiben wegen Einreisegenehmigung
in die DDR und Beurteilungen über Leo
Cohn und Walter Rosenstein 1948-1950
20 DY 30/IV 2/14/249
Informationen über Freikirchen und Religionsgemeinschaften
-Jüdische Gemeinde
Enth. u. a.: Aufstellung der Einrichtungen der
Jüdischen Gemeinde von Groß-Berlin vom
16. 4. 1956; Mitgliederzahl der Gemeinde im
April 1956 nach Alter und Geschlecht; Bericht
des Mdl vom 22. 12.1956 über die sieben jüdischen
Gemeinden in der DDR (Mitgliederzahl,
Vorstandsmitglieder, Vermögenslage der Gemeinden
sowie politische Einschätzung der
Vorstandsmitglieder); Austrittsschreiben Arthur
Guttentags vom 28. 2. 1951; Zusammenstellung
der Resolutionsentwürfe des Congrès
Juif Mondial, 4.-11. August 1953; Schreiben
der Vorsitzenden der Ostberliner Jüdischen
Gemeinde, Rothmann und Heilbrunn v. 21.
Oktober 1953 über die finanzielle Lage der Gemeinde
sowie Stellungnahme hierzu von der
Abt. Staatl. Organe - Kirchenfragen; Protokoll
einer Aussprache zwischen dem provisorischen
Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin und
der Abt. Kirchenfragen vom 12. Dezember
1955 über finanzielle und politische Fragen;
Abschrift eines Protestschreibens der Vorstandsmitglieder
der Jüdischen Gemeinde Ostberlins,
Georg Heilbrunn und Heinz Schenk,
an den Berliner Polizeipräsidenten wegen eines
Stahlhelmtreffens am 29. Dezember 1955 in
Westberlin; Einladungs- und Glückwunschschreiben
der Jüd. Gem. an das ZK der SED;
Glückwunschschreiben des ZK der SED an
Martin Riesenburger; Schreiben Helmut
Eschweges an Kurt Hager vom 2. 1. 1956, in
dem er eine offizielle Beteiligung der DDR am
Jüdischen Weltkongreß vorschlägt; Schriftwechsel
zwischen der Jüdischen Gemeinde von
Groß-Berlin mit dem Verband der jüdischen
Gemeinden in der DDR wegen der Aufnahme
ersterer in den Verband (März-Juni 1956);
Schriftwechsel zwischen der Jüdischen Gemeinde
und dem Oberbürgermeister von Berlin
wegen einmaliger finanzieller Beihilfe
(Febr.-März 1950); Schreiben der Jüdischen
Gemeinde Hamburg an den Stellvertretenden
Ministerpräsidenten der DDR wegen der in
Dresden befindlichen Bestände der Bibliothek
der Hamburger Gemeinde, vom 31. Dezember
1954 und Begleitschreiben von Helmut Eschwege;
Gegendarstellung der Ostberliner Jüdischen
Gemeinde zu einem Bericht der Bundesregierung
über die Situation der Juden in der
DDR, vom 27. Juni 1956; Schriftwechsel zwischen
dem Mdl und der Ostberliner Jüdischen
Gemeinde über die finanzielle Unterstützung
von Restaurationsarbeiten an Gebäuden der
Gemeinde; Aufruf Grübers zur Pflege der
Grabmäler auf dem jüdischen Friedhof Weissensee;
Aktenvermerk über ein Gespräch Grübers
mit Vertretern verschiedener Jugendverbände;
Leserbriefe aus westlichen Tageszeitungen
hierzu; Vermerke über Gespräche mit
Rabbiner Martin Riesenburger sowie dem Vorsitzenden
der Dresdener Jüdischen Gemeinde,
<pn>13</pn>
Friedländer; Protokoll der Beiratssitzung zwischen
Vertretern der beiden Berliner Jüdischen
Gemeinden vom 13. 12. 1956; Bericht über die
Lage der Jüdischen Gemeinden in der DDR
und Groß-Berlins vom 14.4.1959; Denkschrift
und Antrag auf Wiedergutmachungshilfe
zwecks Erhaltung der genutzten Gebäude sowie
der Friedhöfe der Jüdischen Gemeinde von
Groß-Berlin; Antrag auf finanzielle Hilfe zur
Erhaltung jüdischer Einrichtungen (1953)
1953-1960
21 DY30/IVA 2/14/33
Tätigkeit der Freikirchen und und kleinen Religionsgemeinschaften
Enth. u.a.: Schriftwechsel zwischen Verband
der Jüdischen Gemeinden (Dresden) und Innensenator
(Berlin) über Verbot der „Vereinigung
der Verfolgten des Naziregimes"(1962); Note
von Heinz Schenk an den Vorstand der Gemeinde
in West-Berlin über einen im Nov. 1969 vereitelten
Brandanschlag auf jüdische Einrichtungen;
Protokoll eines Gesprächs zwischen
Heinz Schenk und der Gesellschaft „Neue Heimat
(1969); Informationsblatt zu „Hetzartikel
in der „Welt" vom 23. 12.1971 - Synagoge und
Friedhof in Ost-Berlin geschändet 1963-1971
22 DY 30/IV A 2/14/47
Jüdische Gemeinde
Enth. nur: Bericht „Aus der Arbeit der Gesellschaft
für christlich-jüdische Zusammenarbeit
in Berlin e.V. im Jahre 1970", verfaßt von Käthe
Reinholz (4 Bl.) 1970
24 DY 30/IV B 2/14/30
Eingaben der Bevölkerung an das ZK der SED
Enth. u. a.: Briefwechsel Michael Geber (Rostock)
mit Arbeitsgruppe Kirchenfragen und
Helmut Aris wegen Unterschlagungen in der
Gemeinde Schwerin 1973-1976
26 DY 30/IV B 2/14/174
Jüdische Gemeinden in der DDR
Enth. u. a.: Informationen zur Tätigkeit der Jüdischen
Gemeinden in der DDR; internationale
Beziehungen (Jüdischer Weltkongreß), Reisetätigkeit;
Antisemitismus (Notiz zu Sprengstoffanschlag
auf das Gemeindegebäude in
Halle, 1976); Hinweise auf Grabschändungen
in Berlin (1977); Gespräche des Staatssekretärs
für Kirchenfragen mit dem Präsidenten des
Verbandes der Jüdischen Gemeinden in der
DDR und dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde
Berlin; Vorbereitung der Veranstaltungen
zum 40. Jahrestag der „Reichskristallnacht
(1987) 1972-1987
27 DY 30/IV B 2/14/175
Jüdische Gemeinden in der DDR
Enth.u. a.: Tätigkeit des Verbandes der Jüdischen
Gemeinden in der DDR (vor allem Unterstützungsaktion
der jüdischen Gemeinde
Magdeburg für israelische Kinder aus ärmlichen
Verhältnissen; Ablehnung eines Diskussionsbeitrages
von P. Kirchner zur 1982 stattgefundenen
Sitzung des Friedensrates wegen
„zionistischer Tendenzen"); Durchführungsbeschluß
ZK SED „Maßnahmen zum 50. Jahrestag
der faschistischen Pogromnacht vom
9. November 1938"; Veranstaltungen zum Jahrestag
der „Reichskristallnacht"; Informationen
über Gespräche des Staatssekretärs für
Kirchenfragen mit dem Präsidenten des Jüdischen
Weltkongresses, Edgar Miles Bronfman;
Informationen zu Archivgut jüdischer Organisationen
im ZStA Potsdam; Maßnahmen zum
45. Jahrestag der „Wannsee-Konferenz
1981-1988
28 DY 30/IV B 2/14/176
Jüdische Gemeinden in der DDR
Enth. u. a.: Informationen zur Tätigkeit der
Jüdischen Gemeinde Berlin und der anderen
<pn>14</pn>
Gemeinden in der DDR (darunter Strafanzeige
gegen Karin Mylius); Vorbereitung und Durchführung
der Ausstellung „Juden in Preußen";
internationale Beziehungen; Regelung von Eigentumsfragen;
Rekonstruktion der Synagoge
Rykestraße; Besuch von Vertretern des Archivs
von Yad Vashem, Israel, in der DDR; Gespräche
mit Heinz Galinski; Ablehnung der Wiedergutmachung
für ausländische jüdische
Bürger; jüdischer Friedhof Berlin-Weißensee -
Bau einer Umgehungsstraße 1986-1989
29 DY30/IVB 2714/177
Jüdische Gemeinden in der DDR
Enth. u. a.: Beschlüsse des Politbüros des ZK
der SED zu Veranstaltungen zum 50. Jahrestag
der „Reichskristallnacht"; Rede Erich Honekkers
bei Empfang des Staatsrates der DDR;
Sondersitzung der Volkskammer der DDR;
Auszeichnungen jüdischer Persönlichkeiten;
Gespräche mit Vertretern der jüdischen Gemeinden;
Jüdischer Weltkongreß 1987-1988
30 DY30/IVB 2/14/178
Jüdische Gemeinden in der DDR
Enth. u. a.: Informationen der Bezirksleitungen
der SED und der FDJ zur Vorbereitung und
Durchführung des „50. Jahrestages der faschistischen
Pogromnacht"; Veranstaltungen der
Akademie der Wissenschaften der DDR, der
Humboldt-Universität Berlin, des Nationalrats
der Nationalen Front; Ausstellungen; Wiederaufbau
der Synagoge (Oranienburger Str. 30) in
Berlin; Stiftung „Neue Synagoge Berlin - Centrum
Judaicum" 1986-1989
32 DY 30/IV B 2/14/180
Jüdische Gemeinde Adass Jisroel Berlin
Enth. u. a.: Probleme, Informationen über Vorgänge
zum jüdischen Friedhof der Gemeinde
Adass Jisroel Berlin in Berlin-Weißensee (Wittlicher
Straße); Wiederaufbau des Friedhofs;
Grabschändung, Antisemitismus; Verhältnis
Jüdische Gemeinde Berlin zu Adass Jisroel
1981-1989
31 DY 30/IV B 2/14/179
Jüdische Gemeinde Adass Jisroel Berlin
Enth. u. a.: Verhandlungen zur Wiederherstellung
der Rechte der ehemaligen israelitischen
Synagogengemeinde Adass Jisroel, Informationen
zu Geschichte, Vermögen, Eigentum;
Beschluß des Magistrats von Berlin zur Berichtigung
der Grundbücher; Schreiben des Vorstandes
der Gemeinde Adass Jisroel an Erich
Honecker und Mitglieder des Politbüros
1984-1989
39 (vorläufig SED) 41911
Jüdische Gemeinde
Enth u. a.: Förderung der Stiftung „Neue Synagoge
Berlin - Centrum Judaicum"; Gedenk-
<pn>15</pn>Veranstaltungen; Gespräche mit Vertretern des
Jüdischen Weltkongresses; Ausstellungen zur
jüdischen Geschichte 1987-1989
43 V 278/2/144
Namenslisten von Juden und ehemaligen griechischen
Kriegsgefangenen
Enth. u. a.: Schreiben jüdischer Bürger und Organisationen
an Hitler und Göring
1933,1940,1945-1950
45 V 278/4/15
Gedenkstätten für die Opfer des Faschismus
Enth. u. a.: Schriftwechsel über die Synagoge in
Nauen und den jüdischen Friedhof in Kremmen
1948-1951