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5 B 1 Verband der Jüdischen Gemeinden in der DDR
- Title
- 5 B 1 Verband der Jüdischen Gemeinden in der DDR
- Description
-
Der 1952 als Körperschaft öffentlichen Rechts gegründete "Verband der Jüdischen Gemeinden in der DDR" war Dachverband der sich seit 1945/46 bildenden jüdischen Gemeinden in der sowjetischen Besatzungszone. Seine Vorgänger waren der "Zentralverband der Jüdischen Gemeinden in der russischen Okkupationszone", der "Landesverband jüdischer Gemeinden in der sowjetischen Besatzungszone" sowie der "Landesverband der Jüdischen Gemeinden in der DDR".
/ Der Sitz des Verbandes war von 1952 bis 1962 in Halle/Saale und von 1962 bis 1990 in Dresden. Mitglieder waren zunächst die Gemeinden in Dresden, Erfurt, Halle/Saale, Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), Leipzig, Magdeburg, Plauen und Schwerin. Die Berliner Gemeinde trat dem Verband erst 1960 bei. Neben der Mitgliedervertretung (jährliche Tagung mit einem Vertreter pro Gemeinde) und dem Vorstand - den Hauptorganen des Verbandes -, existierten Ausschüsse wie die Wahl-, Kultus- und Schlichtungskommission oder das Redaktionskollegium für das vom Verband herausgegebene "Nachrichtenblatt des Verbandes der Jüdischen Gemeinden in der Deutschen Demokratischen Republik". Die Präsidenten des Verbandes waren: Julius Meyer, Berlin (bis 1952/53); Hermann Baden, Halle (1953-1962); Helmut Aris, Dresden (1962-1987); Siegmund Rotstein, Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) (1987-1990).
/ Zu den Aufgaben des "Verbandes der Jüdischen Gemeinden in der DDR" zählte anfangs vor allem die Betreuung der Gemeinden und ihrer Mitglieder, das Ermöglichen von Gottesdiensten und die Vermittlung zwischen staatlichen Behörden und Hilfsorganisationen. Als deutlich wurde, daß längerfristig Juden in der DDR leben werden, kümmerte sich der Verband um den Aufbau einer Gemeindeverwaltung, den Wiederaufbau und die Instandhaltung von Synagogen. Er bemühte sich um die Rückerstattung beschlagnahmten Gemeindevermögens sowie die Erneuerung und Instandhaltung der Friedhöfe. Der Verband repräsentierte seine Mitglieder nach außen und vertrat jüdische Anliegen gegenüber staatlichen Organen, der SED, den Blockparteien und der Presse. Er verwaltete die Finanzen (außer Berlin), kontrollierte die Tätigkeit der Gemeinden und pflegte Kontakte mit dem Ausland. Vom Verband gingen damit politische, religiöse und kulturelle Aktivitäten aus.
/ Der Verband löste sich im September 1990 auf. Wie auf der Verbandstagung am 12. September 1990 beschlossen, erfolgte nach einer Ordnung und Bestandstrennung von den Akten der Gemeinde in Dresden die Übernahme der Verbandsakten durch das Archiv der Stiftung "Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum" am 1. Juli 1993.
/ Die Akten erstrecken sich vor allem über den Zeitraum 1952 bis September 1990. Daneben sind wenige Materialien aus der Zeit bis 1952 überliefert. Einzelne Akten, die ausschließlich aus der Zeit vor 1945 stammen, wurden aus dem Bestand herausgenommen und anderen Beständen angegliedert.
/ Der Bestand enthält Unterlagen aus der Tätigkeit des Verbandes wie allgemeines Verwaltungsschriftgut, Schriftwechsel mit Landesverbänden und Gemeinden, Wiedergutmachungs-, Grundstücks-, Steuer- und Pachtsachen, Erhaltung von Friedhöfen, Bau-, Fürsorge- und Unterstützungssachen; Akten über die Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden, Statistiken, Statuten und Wochenberichte, Prozeßunterlagen (v. a. gegen Kriegsverbrecher), antisemitische Vorfälle sowie internationale Beziehungen des Verbandes.
/ Findhilfsmittel: Findbuch, 1994. Benutzungsbeschränkungen - Temporal Coverage
- 1990
- 1945
- Identifier
- QGJ.v6.C00072.I01996
- contains
- Umfang des Bestandes: 271 AE; ca. 8 lfm
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