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Etats-Ministerium (EM) (D)
- Title
- Etats-Ministerium (EM) (D)
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-
der Nachfolge der zuletzt vier Großgebietiger des Deutschen Ordens waren es seit der Gründung des Herzogtums im Jahre 1525 vier Oberräte, nämlich Landhofmeister, Oberburggraf, Kanzler und Obermarschall, die unter dem Herzog die Regierung im engeren Sinne bildeten. In Abwesenheit des Landesherren wurden sie Regimentsräte genannt. Ihr Sitzungsraum im Königsberger Schloß war die Oberratsstube. Hiervon abgeleitet erhielt dieses Gremium seine Bezeichnung "Oberratsstube", die bis zum beginnenden 18. Jh. üblich blieb. Erst unter dem ersten König setzte sich die Bezeichnung "Preußische Regierung" durch. Schließlich wurde 1781 die Bezeichnung "Etats-Ministerium" festgesetzt, die bis zur Auflösung der Behörde im Jahre 1804 bestehen blieb.
/ Die amtliche Tätigkeit schlug sich in verschiedenen Amtsbuchreihen nieder, die in der zweiten Hälfte des 19. Jh. dem großen frühneuzeitlichen Amtsbuchbestand der "Ostpreußischen Folianten" eingegliedert wurden. Daneben entstanden in großer Zahl Vorgänge, im einzelnen von meist nur geringem Umfang, oft nur aus wenigen oder gar einzelnen Blättern bestehend, die man nur unter Vorbehalt als Sachakten bezeichnen kann, da sie noch nach keinem modernen Sachaktenplan geordnet wurden. Im 18. Jh. wurden umfangreichere Vorgänge gebildet, die oft geheftet und mit einem Aktendeckel aus Papier versehen wurden. Diese Akten wurden jedoch liegend aufbewahrt, bei Bedarf wurden Vorakten aus der Oberratsstubenzeit, vereinzelt sogar aus der Ordenszeit mit hinzugezogen.
/ Im Zeitalter Friedrich Wilhelms I. wurden Archiv und Registratur einer durchgreifenden Neuordnung unterzogen. 1720 wurde Benjamin Scheel als Archivar eingestellt, der die Sachakten einem gemischten Prinzip aus sachlichen und regionalen Stichwörtern unterwarf und diese alphabetisch anordnete. Es wurden dabei 221 Abteilungen gebildet. Sein Nachfolger, Elias Diederich von Klinggräf, hat 1743 diese Ordnung für "zu weitläufig" erklärt und die Anzahl der Abteilungen auf 142 verringert. Allerdings erfolgte dies zumeist durch eine Vermehrung von Unterabteilungen, so daß nur scheinbar eine Verbesserung erreicht worden ist. Dennoch ist diese im Findbuch 144 niedergelegte Ordnung umgesetzt worden und wurde die Grundlage für die Einzelverzeichnung dieses großen Aktenbestandes, die im 20. Jh. in Königsberg begonnen, in Göttingen fortgesetzt und in Berlin abgeschlossen worden ist.
/ Bei den sachlichen Stichworten von "Adel" (EM 2) bis "Zollsachen" (EM 142) handelt es sich um Begriffe unterschiedlicher Art und Bedeutung, so daß es vielfach geraten ist, an mehreren Stellen zu suchen. Das gilt besonders für die "Geistlichen Sachen", für die sieben Abteilungen bestehen (EM 37-43). Bei den regionalen Stichwörtern gibt es zunächst solche für die Hauptämter des Herzogtums und die Städte des Landes. Die Neuordnung von 1741 hat dazu geführt, daß nur noch ein Teil der Städte neben dem Hauptamt eine eigene Abteilung bildet, während andere Städte nunmehr unter der Abteilung des zuständigen Hauptamtes zu finden sind. Auf Königsberg, das erst 1732 zu einer Stadtgemeinde vereinigt wurde, entfallen 13 Abteilungen (EM 70-82), die Universität hat jedoch ihrer Bedeutung entsprechend eine eigene Abteilung (EM 139). Schließlich gibt es auch Abteilungen für die wesentlichen Länder, zu denen auswärtige Beziehungen bestanden haben. So haben neben Deutschland (EM 28) und Polen (EM 111) auch Danzig (EM 25), Elbing (EM 29) und das übrige Königlich Polnische Preußen (EM 64-66) eigene Abteilungen.
/ Die Oberratsstube hatte zunächst politisch eine Allzuständigkeit. Nach dem Übergang des Herzogtums an die Kurlinie des Hauses Hohenzollern (1618) begann der Landesherr Kompetenzen an sich zu ziehen. Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, und besonders König Friedrich Wilhelm I. höhlten die Zuständigkeit der Regierung in Königsberg durch die Gründung neuer Behörden aus, so daß die auswärtigen Angelegenheiten, aber auch der Bereich der Wirtschafts-, Steuer- und Militärpolitik verloren gingen. Insbesondere Kirche und Schule blieben aber bis zuletzt, so daß sich auch zahlreiche Vorgänge über Juden haben ermitteln lassen. Über diese gibt es eine zentrale Unterabteilung bei den "Geistlichen Sachen" (EM 38 d4), daneben aber zahlreiche einzelne Vorgänge in anderen Abteilungen. Mit der Auflösung des Etatsministeriums, das nur noch eine Mitregierung der Stände gewesen war, gingen dessen letzte Kompetenzen 1804 an die Kriegs- und Domänenkammer über.
/ Ein kleiner Teilbestand ist in das 1947 neu eingerichtete Staatliche Archiv in Allenstein (Archiwum Panstwowe w Olsztynie) gelangt.
/ Findhilfsmittel: Findbücher, 87 Bde., 13 Index-Bde. - Temporal Coverage
- 1804
- 1525
- Identifier
- QGJ.v5.C00066.I01499
- contains
- Umfang des Bestandes: 556,6 lfm
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