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Rep. C 127 Oberlandesgericht Naumburg mit Anhang: Personalakten aus dem Gerichtsbezirk
- Title
- Rep. C 127 Oberlandesgericht Naumburg mit Anhang: Personalakten aus dem Gerichtsbezirk
- Description
-
Auf der Grundlage des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Jan. 1877 wurde für die Provinz Sachsen das neue Oberlandesgericht am 1. Okt. 1879 in Naumburg errichtet. Es trat an die Stelle der drei Appellationsgerichte in Naumburg, Halberstadt und Magdeburg. Sein Gerichtsbezirk umfaßte - mit Ausnahme der Kreise Schleusingen und Ziegenrück - die gesamte Provinz Sachsen, ferner den hannoverschen Kreis Ihlfeld und Nordthüringen, die Gebiete des Fürstentums Schwarzburg - Sondershausen und des Herzogtums Anhalt. Im Oberlandesgericht bestanden ein Strafsenat, ein Fideikommißsenat und mehrere Zivilsenate, es wurde von einem Präsidenten geleitet. Das Oberlandesgericht war Berufungs- und Beschwerdeinstanz für neun Landgerichte ferner für 127 Amtsgerichte und bis 1924 zweite Instanz für die Elbschiffahrtsgerichte.
/ Erstinstanzlich von den Oberlandesgerichten abzuurteilende Hoch- und Landesverratssachen wurden auf Grund einer Sonderregelung in Preußen für den Bezirk des Oberlandesgerichts Naumburg vor dem Kammergericht in Berlin und vor dem Oberlandesgericht in Kassel verhandelt.
/ Während der Weimarer Republik wirkte das Oberlandesgericht an der Aufklärung verschiedener Rechtsfragen der Währungspolitik mit, u. a. als Spruchstelle zur Durchführung der Verordnung über Goldbilanzen. Mit Beginn der NS-Zeit setzte in der Justizverwaltung die Verdrängung politisch oppositioneller und jüdischer Juristen aus ihren Berufen ein. Im Oberlandesgerichtsbezirk Naumburg verloren allein vom 7. April 1933 bis 30. April 1934 32 jüdische Rechtsanwälte und ebenfalls 32 jüdische Notare ihren Beruf, 14 jüdische Richter mußten ihren Beruf aufgeben.
/ Am 12. April 1945 stellte das Oberlandesgericht seine Tätigkeit ein; Anfang September 1945 ist die Verwaltungs- und Rechtssprechungstätigkeit am Oberlandesgericht Naumburg wieder nachweisbar; im Frühjahr 1946 wurde das Oberlandesgericht nach Halle verlegt.
/ Der Bestand des Oberlandesgerichts Naumburg ist zum größeren Teil am Ende des zweiten Weltkrieges verlorengegangen. Er umfaßt nur Justizverwaltungsakten mit zeitlichem Schwerpunkt ab 1936. Als Anhang existieren ca. 140 lfm Personalakten verschiedener Einrichtungen des Justizwesens im Oberlandesgerichtsbezirk Naumburg und des Anhaltischen Staatsministeriums, u. a. über jüdische Rechtsanwälte und Richter. Die Geburtsjahrgänge dieser Personen reichen bis in die 20er Jahre des 19. Jh. zurück. Die Akten sind durch Ablieferungsverzeichnisse erschlossen.
/ Findhilfsmittel: Findbuch, Ablieferungsverzeichnis - Is Part Of
- Landesarchiv Magdeburg -Landeshauptarchiv-
- Temporal Coverage
- 1951
- 1879
- Identifier
- QGJ.v3.C00015.S00062.I00696
- contains
- Umfang des Bestandes: 159,55 lfm
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