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A Rep. 092 Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg
- Title
- A Rep. 092 Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg
- Description
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Ab 1937 führte das Landesfinanzamt die Behördenbezeichnung "Der Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg". Die Behörde gliederte sich in Abteilungen für Personal und Verwaltung, Steuer, Zoll, Anfechtungssachen auf dem Gebiet der Besitz- und Verkehrssteuern. Hinzu kam die dem Reichswirtschaftsminister unterstehende Devisenstelle. Die Behörde führte u. a. die Aufsicht über Finanzämter, Hauptzollämter und Zollfahndungsstellen.
/ Im Nov. 1941 wurde dem Oberfinanzpräsidenten die zuvor beim Finanzamt Moabit-West angesiedelte "Dienststelle für die Einziehung verfallener Vermögenswerte" als "Vermögensverwertungsstelle" zugeordnet. Sie war u. a. damit beauftragt, das Eigentum der Berliner Juden einzuziehen, die aufgrund der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. Nov. 1941 (RGBl I, Jg, 1941, S. 414f.) die deutsche Staatsangehörigkeit verloren hatten.
/ Der Bestand enthält neben einer reichsweiten Kartei der Personen, deren Vermögen dem Reich verfallen war, ca. 40.000 (Berliner ) Einzelfallakten über Vermögenseinziehungen A-Z, 150 Ordner mit Vermögensübersichten A-Z (1938-1945), Wohnungs- und Transportlisten (Deportationslisten 1941-1943, 19 Ordner), Abrechnungsbelege (1943, 18 Ordner) über Wohnungsräumungen im Zusammenwirken mit dem "Generalbauinspektor" (A Pr.Br.Rep. 107), Versteigerungsaufträge A-Z (1935-1942, 26 Ordner).
/ Eine der bedeutendsten Quellen zur Geschichte der Juden in Berlin stellen sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht die aus der aktenmäßigen Hinterlassenschaft des NS-Regimes stammenden Archivalien der "Vermögensverwertungsstelle beim Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg" dar.
/ Es wurden zwei Karteien angelegt und als "Evakuierungskartei" ("E-Kartei") für die Deportierten und als "A-Kartei" für die Ausgebürgerten, welchen noch die Flucht ins Ausland gelungen war, bezeichnet. Zu diesen ca. 150.000 Karteikarten, die inzwischen verfilmt worden sind (Mikrofiches), existieren noch etwa 40.000 Akten.
/ Weitere wichtige Teile des Bestandes bilden die Ausbürgerungsakten des Oberfinanzpräsidenten, darunter die "Mitteilungen der Gestapo-Berlin, betreffend zur Ausbürgerung vorgeschlagene Personen, bei welchen keine Vermögenswerte festgestellt worden sind", die Todeserklärungen der Amtsgerichte, die Vermögensübersichten, die Versteigerungsprotokolle von jüdischem Mobilar und die Wohnungslisten, welche für die Zusammenstellung der Transporte (nach Bezirken geordnet) genutzt worden sind. Aus der Nachkriegszeit sind Unterlagen über den Schriftwechsel mit der United Restitution Organization (URO) und der Jewish Restitution Successor Organization (JRSO) sowie Deportationsbescheinigungen vorhanden.
/ Der Bestand ist noch nicht endgültig bearbeitet, da noch weitere Zugänge zu erwarten sind.
/ Im August 1995 hat das Landesarchiv Berlin zwei Karteien zur "Judenvermögensabgabe" (JVA) (18 Karteikästen) mit Angaben über Name, Anschrift und zuständigem Finanzamt sowie zur "Reichsfluchtsteuer" (7 Karteikästen) mit Name, Geburtsdatum, letztem Wohnort und JVA-Nummer übernommen. Zu diesen beiden Karteien existieren bei den Finanzämtern vermutlich noch ca. 20.000 Akten, die nach ihrer zukünftigen Archivierung und Auswertung sicherlich weitere Erkenntnisse über die Ausplünderung der Berliner Juden und der daran beteiligten Behörden geben können.
/ Literatur: Meyhöfer, Rita / Schulze-Marmeling, Ulrich / Sühl, Klaus, Berliner Gedenkbuch, in: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin, Berlin 1993, S. 509-528.
/ Der Bestand ist aufgrund des Erschließungsstandes und zur Wahrung des Personendatenschutzes nur eingeschränkt und nach Rücksprache mit den zuständigen Bearbeiterinnen zugänglich.
/ Siehe auch B Rep. 092 Oberfinanzdirektion Berlin. - Is Part Of
- Landesarchiv Berlin
- Identifier
- QGJ.v3.C00004.I00169
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v3:: 754:: A Rep. 092
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