Item
Fonds
(Abt. 4) Generalkassensachen (Generalkassendepartement)
- Title
- (Abt. 4) Generalkassensachen (Generalkassendepartement)
- Description
-
Die beiden wichtigsten Zentralkassen waren nach der Reorganisation der Verwaltung durch König Friedrich Wilhelm I. die Generalkriegskasse und die Generaldomänenkasse. In die Generalkriegskasse flossen die Einkünfte aus der Akzise und der Kontribution, die für den Unterhalt der Armee verwendet wurden. Die Generaldomänenkasse verwaltete die Einnahmen aus den Domänen und den Regalien. Aus ihr wurden die Kosten für die Hof- und Zentralverwaltung bestritten. Darüber hinaus existierten weitere Zentralkassen, die Gelder aus der Generaldomänenkasse erhielten, sowie Kassen für spezielle Einnahmen. Dazu gehörte u. a. die Rekrutenkasse, die aus der Chargen- bzw. Marinekasse hervorgegangen war. Friedrich Wilhelm I. verfügte die Zusammenlegung der beiden Kassen zum 1. Januar 1722. Haupteinnahmequellen der Chargen- bzw. der Rekrutenkasse waren die bei Bestallungen und Gehaltserhöhungen von Beamten zu zahlenden Gebühren, ferner Gebühren für die Verleihung von Titeln. Auch die von den Juden aufzubringenden Gebühren für die Erteilung von Schutzbriefen und Trauscheinen sowie für die Ansetzung der 1. und 2. Kinder flossen in die Rekrutenkasse. Aus ihr finanzierte Friedrich Wilhelm I. die kostspieligen Werbungen für seine Leibgarde, die "langen Kerls". Als das Leibbataillon unter seinem Sohn Friedrich II. aufgelöst wurde, ist die Rekrutenkasse wieder in Chargenkasse umbenannt worden.
/ Eine weitere zentrale Kasse war die Generalstrafkasse, an die Ordnungsstrafen für Beamte sowie gerichtlich zuerkannte Geldstrafen abzuführen waren. Auch Juden auferlegte Strafgelder flossen in diese Kasse. Von den in Kultussachen der Juden verhängten Strafen waren zwei Drittel an die Generalstrafkasse und ein Drittel an die jüdische Armenkasse zu zahlen.
/ Die Kassen waren selbständig, unterstanden jedoch der Aufsicht des Generaldirektoriums. Als Friedrich Wilhelm Graf von der Schulenburg-Kehnert am 19. Februar 1798 zum Generalkontrolleur der Finanzen ernannt wurde, oblag ihm bis zum Jahre 1806 die Aufsicht über das Kassen- und Rechnungswesen.
/ Bei dem Fonds Generalkassensachen handelt es sich um einen Mischbestand, der sowohl Akten des Generaldirektoriums über die Verwaltung der Kassen als auch die Registraturen der Kassen, soweit sie überliefert sind, enthält. Die Akten sind nach Sachgebieten und Kassen geordnet worden.
/ Der Bestand weist erhebliche Überlieferungslücken auf. Bei der Aktengruppe "Rekrutenkasse" fehlen Unterlagen über die von den Juden entrichteten Rekrutengelder. In der Aktengruppe "Schatullsachen" befinden sich keine Belege über die bis 1713 an die Schatulle entrichteten Geleitsgelder der Juden. Die Bandreihe "Einnahmen und Ausgaben der Generaldomänenkasse", 90 Bde., 1722-1807, enthält nur vereinzelte Eintragungen über die an diese Kasse abgeführten Schutzgelder aus den einzelnen Provinzen. In der Aktengruppe "Generalstrafkasse" werden Angaben über die Strafgelder von Juden vermißt.
/ Findhilfsmittel: Findbuch, 1 Bd., 2. Hälfte 19. Jahrhundert - Temporal Coverage
- 1809
- 1651
- Identifier
- QGJ.v2.C00001.I00055
- contains
- Umfang des Bestandes: 46 lfm
- Umfang der Juden betreffenden Akten: 1 Bd., 1801-1806
Linked resources
[Untitled]
Item
Document
Part of (Abt. 4) Generalkassensachen (Generalkassendepartement)