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Rep. 21 (M) Kurmärkische Städte, Ämter und Kreise
- Title
- Rep. 21 (M) Kurmärkische Städte, Ämter und Kreise
- Description
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Der Bestand enthält Akten des Geheimen Rates, seit 1738 des Justiz- und Geistlichen Departements, über die Verwaltung der Kurmark, zu der bis 1816 auch die Altmark gehörte, sowie teilweise auch über die Neumark. Im Gegensatz zu anderen Provinzen besaß die Kurmark als Stammland Brandenburg-Preußens keine Regierung. Deren Funktion wurde vom Geheimen Rat wahrgenommen. Während die über die Verwaltung der einzelnen Provinzen beim Geheimen Rat und den aus ihm hervorgegangenen Departements angefallenen Akten jeweils in einer Repositur untergebracht wurden, ist das Schriftgut über die Verwaltung der Kurmark in mehreren Reposituren abgelegt worden.
/ In den Konvoluten Nr. 201 bis 215 befinden sich die wichtigsten und umfangreichsten Quellen über die Juden in der Kurmark aus der Zeit bis 1750. In mehreren der genannten Konvolute sind auch Quellen über die Juden in der Neumark und in anderen Provinzen mit Ausnahme von Schlesien, Ostfriesland sowie den aus den drei Teilungen Polens hervorgegangenen Provinzen vorhanden. Bei den in diesen Konvoluten untergebrachten Akten handelt es sich vorwiegend um die schriftliche Überlieferung der seit 1688 nachweisbaren Judenkommission, die 1748 in das Kammergericht integriert und 1750 im Zusammenhang mit dem Erlaß des Generaljudenreglements aufgelöst wurde. Aufgrund dieser Sachlage liegt der Schwerpunkt der Überlieferung in der Zeit von etwa 1665 bis 1750.
/ Die außerhalb der Konvolute Nr. 201 bis 215 über einzelne Städte vorhandenen Judaica wurden mit Hilfe von zwei bei Selma Stern abgedruckten Judentabellen von 1765 für die Kurmark und von 1744 für die Neumark ermittelt. Darüber hinaus sind relevante Vorgänge anhand zeitgenössischer Registraturhilfsmittel erfaßt worden. In der Regel sind nur Akten über solche kurmärkischen und neumärkischen Städte durchgesehen worden, in denen nachweislich Juden ansässig waren. Nur bei etwa der Hälfte dieser Städte verlief die Durchsicht der Quellen positiv.
/ Die Akten enthalten vor allem Schriftwechsel mit den Regierungen, dem Generalkriegskommissariat und ab 1723 mit dem Generaldirektorium, dem 1704 installierten Generalfiskal und den Magistraten der Städte. Aus dem 17. Jahrhundert sind Quellen über den Münzmeister Lippold und über den Hofjuden Israel Aaron hervorzuheben. Im Konvolut Nr. 203 sind Unterlagen über die Vergleitung der 50 aus Wien bzw. Österreich vertriebenen jüdischen Familien überliefert. Eine größere Anzahl von Akten betrifft die Untersuchung der Judenschaften in Berlin, in der Kurmark und in der Neumark sowie in anderen Provinzen bzw. Territorien in den Jahren von 1700 bis 1705 und die erneute Überprüfung der Juden in den Jahren von 1717 bis 1724. Die Akten enthalten zahlreiche Schutzbriefe für Juden, Unterlagen über die Ansetzung der Kinder sowie über die von den Juden zu zahlenden Schutzgelder, Rekrutengelder und anderen Abgaben. Zu erwähnen sind auch Konzessionen zum Handel, zur Ausübung von Berufen sowie zum Erwerb von Häusern.
/ Wichtig sind die in den Akten befindlichen Tabellen der Juden in Berlin und in einzelnen Provinzen vom Ende des 17. bis in die zwanziger Jahre des 18. Jahrhunderts. In den Konvoluten Nr. 207 a bis 213 z befinden sich in alphabetischer Reihenfolge Akten über Juden in den einzelnen Städten der Kurmark und der Neumark. Besonders zahlreich sind die Akten über Berlin (383 Faszikel, 1663 bis 1813). Hingewiesen sei auch auf Unterlagen über fremde Juden, namentlich auf polnische, und deren Handel in der Neumark und in der Kurmark, darunter auf den Messen in Frankfurt/O. Eine größere Zahl von Akten betrifft preußische Hoffaktoren bzw. Hofjuden und Bankiers sowie Hofjuden anderer deutscher Staaten. Erwähnt seien ferner die Bestätigung der Rabbiner, der Judenältesten und der öffentlichen Bediensteten, der Bau und die Einrichtung von Synagogen und Betstuben und die Unterhaltung privater Synagogen sowie die Anlage von Friedhöfen. In den Konvoluten befinden sich auch zahlreiche allgemeine Bestimmungen für Juden, darunter über die Jurisdiktion und den Handel sowie über die Ausweisung von unvergleiteten und von Betteljuden. Aufgrund der Tatsache, daß die Bearbeitung der Judensachen nach Auflösung der Judenkommission im Jahre 1750 weitestgehend dem Generaldirektorium und den Kriegs- und Domänenkammern sowie dem Generalfiskal oblag, betreffen die nach diesem Datum im Bestand vorhandenen Akten vorwiegend Schuld- und Wechselforderungen sowie Rechtsstreitigkeiten der Juden. Das Konvolut Nr. 215 enthält Übertritte von Juden zum christlichen Glauben aus der Zeit von 1705 bis 1807.
/ Im Zusammenhang mit Forschungen über Juden in den zwanziger und dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts sind die Konvolute Nr. 201, 202, 202 b, 203 a, Teile von Nr. 204 sowie von Nr. 214 und 215 zu Faszikeln formiert und mit Tekturen und Aktentiteln versehen worden. Bei der Erfassung der Akten für das vorliegene Inventar wurden die bis dahin nicht formierten Akten faszikuliert und mit laufenden Nummern versehen. Die Formierung der Akten erfolgte innerhalb der bestehenden Konvolute vorwiegend chronologisch, teilweise auch nach sachlichen Gesichtspunkten. Im Ergebnis dieser Arbeit entstand für die Konvolute Nr. 201 bis 215 ein Findbuch, durch das die Benutzung dieser wichtigen Akten wesentlich erleichtert wird.
/ Findhilfsmittel: Sogenannte Analyse von G. Friedlaender, 1. Bd., um 1865, für die Konvolute Nr. 201-215: Findbuch, 1 Bd., 1998, für die Konvolute Nr. 1-215: sog. Behelfsrepertorien (Bei den sog. Behelfsrepertorien handelt es sich um korrigierte Entwürfe zu Findbüchern, die von Kursanten des Instituts für Archivwissenschaft und geschichtswissenschaftliche Fortbildung beim Geheimes Staatsarchiv zu Berlin-Dahlem im Rahmen der praktischen archivarischen Ausbildung angefertigt worden sind), 6 Bde., ca. 1930-1942
/ Siehe auch: Rep. 9 Allgemeine Verwaltung, Rep. 42 Neumark, Rep. 49 Fiskalia, Rep. 104 Generalfiskalat, Generaldirektorium Kurmark und Neumark - Temporal Coverage
- 1817
- 1817
- Identifier
- QGJ.v2.C00000.I00025
- contains
- Umfang des Bestandes: 110 lfm
- Umfang der Juden betreffenden Akten: 980 Fasz. und 134 Pakete, 1535-1813
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