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Thüringisches Staatsarchiv Gotha
- Title
- Thüringisches Staatsarchiv Gotha
- Description
- Das Thüringische Staatsarchiv Gotha verwahrt die geschlossene historische Überlieferung des Herzogtums Gotha (seit 1918 Freistaat/Republik Gotha) und seiner Vorgängerterritorien für den Zeitraum von 1039 (Reinhardsbrunner Fälschung) bzw. 1092 (früheste echte Urkunde) bis 1920/1923. Daran schließen sich die Bestände staatlicher Unterbehörden des Landes Thüringen aus den Jahren 1920 bis 1952 an. Ohne unmittelbaren Zusammenhang damit steht die Abteilung Preußische Regierung zu Erfurt aus der Epoche von 1816 bis 1945 (Vor- und Nachakten nicht gerechnet).|Mit der neuen Verordnung über die Zuständigkeit der Staatsarchive vom 7. Juni 1994 erhielt das Archiv rückwirkend ab 1990 wieder einen Sprengel zugeordnet, bestehend aus den neuen Landkreisen Gotha, Eichsfeldkreis und Unstrut-Hainich-Kreis.|1641/42 wurden aus dem Weimarer Archiv der Ernestiner das damals neugegründete Herzogtum Gotha betreffende Akten und Urkunden, einschließlich der im Herzogtum liegenden ehemaligen Klöster Reinhardsbrunn, Georgenthal, Ichtershausen etc., nach Gotha übergeführt und wohl zuerst im Rathaus Gotha aufgestellt, wo auch der erste Herzog, Ernst der Fromme, residierte. Im Bauplan des 1643 begonnenen Schlosses Friedenstein ist ein "Archivgewölbe" in der Nordwestecke vorgesehen - es wird bis heute als "Geheimes Archiv" für die ältesten Bestände benützt. Das Archiv zog zwischen 1646 und 1649 ins Schloß ein; der Herzog kümmerte sich persönlich um seine Einrichtung und Ordnung. Auch wurde die Stelle eines hauptamtlichen Archivars geschaffen.|Von 1837 an hat die ebenfalls im Schloß Friedenstein untergebrachte herzogliche Bibliothek - die heutige Forschungs- und Landesbibliothek - das Archiv mitverwaltet, dabei das Archiv hintangesetzt und ihm wichtige Bestände entfremdet. Erst 1921 - nun "Thüringisches Staatsarchiv Gotha" genannt - wurde das Archiv wieder selbständig und hauptamtlich besetzt. Nun erst nahm es Schriftgut der Staatsbehörden des 18./19. Jhs. auf, das bis dahin in den Behörden selbst verblieben, dort aber zum Teil kassiert und dezimiert worden war.|Dabei gelangten auch Überlieferungen über das Herzogtum Coburg - eines der beiden seit 1826 durch den gemeinsamen Herrscher, eine gemeinsame Verfassung und einen Gemeinschaftlichen Landtag verbundenen, aber nie vereinigten (und 1920 getrennten) Teile von Sachsen-Coburg und Gotha -, da die zuständigen Dienststellen in Gotha ihren Sitz hatten, ins Staatsarchiv Gotha. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die umfangreichen Bestände der vormaligen Preußischen Regierung zu Erfurt und der staatlichen Behörden des Regierungsbezirks dem Gothaer Archiv übergeben.|Die Behördenbezeichnung änderte sich nun mehrfach: 1951 "Landesarchiv Gotha", 1965 "Historisches Staatsarchiv Gotha", 1976 "Staatsarchiv Weimar, Außenstelle Gotha". Erst mit der schon erwähnten Verordnung von 1994 erhielt das Archiv seine Selbständigkeit und seinen Namen "Thüringisches Staatsarchiv Gotha" zurück.|Im Thüringischen Staatsarchiv Gotha werden heute über 8.000 Urkunden, rund 9.000 Regalmeter Akten und ca. 45.000 Karten, Pläne und Risse verwahrt. Das Archiv verfügt ferner über eine Dienstbibliothek von ca. 13.000 Bänden und eine Sammlung von Amtsdrucksachen und Zeitungen mit ca. 10.000 Bänden.|Abteilungen|Abteilung A: Herzogtum und Freistaat Gotha (1039/92-1920/23)|Abteilung B: Land Thüringen (1920-1945)|Abteilung C: Preußischer Regierungsbezirk Erfurt (1816-1945)|Abteilung D: Land Thüringen (1945-1952)|Abteilung E: Freistaat Thüringen (ab 1990)|Abteilung F: Nichtstaatliches Archivgut (ca. 1226-1991)|Abteilung G: Kartenkammer und Sammlungen (16. - 20. Jh.)|Dr. Uwe Jens Wandel, Archivdirektor
- Spatial Coverage
-
Schloß Friedenstein
Postfach 100424
99854 Gotha
Telefon 03621/852396, 852825
Telefax 03621/852396 - Identifier
- QGJ.v4.A0237
- Bibliographic Citation
- Ulrich Heß, Übersicht über die Bestände des Landesarchivs Gotha (Veröffentlichungen des Thüringischen Landeshauptarchivs Weimar, Band 3), Weimar 1960.
- Ulrich Heß, Geschichte der Behördenorganisation der thüringischen Staaten und des Landes Thüringen von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Jahr 1952 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe, Band 1), Jena-Stuttgart 1993.
- Ulrich Heß, Das Sachsen-Coburg und Gothaische Staatsministerium 1858-1918. In: Jahrbuch der Coburger Landesstiftung 1962, S. 13-92.
- Ulrich Heß, Der Bestand "Regierung zu Erfurt" im Historischen Staatsarchiv Gotha. Versuch einer Bestandsanalyse. In: Archivmitteilungen 16 (1966), S. 52-57.
- Hans Patze, Zur Geschichte der Landesarchive Altenburg und Gotha. In: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 15 (1966), S. 105-138.
- Klaus Frhr. von Andrian-Werburg, Staatsarchiv Coburg. Beständeübersicht (Bayerische Archivinventare, Band 41), München 1982.
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