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Landeshauptarchiv Schwerin
- Title
- Landeshauptarchiv Schwerin
- Description
- Das Landeshauptarchiv Schwerin gehört mit seinen etwa 18.000 Urkunden, 22.500 Regalmetern Akten und über 100.000 Karten, Plänen und Rissen zu den größten und bedeutendsten Archiven im Norden Deutschlands. Es verwahrt in einer über 500jährigen, durch äußere Unbill wenig gestörten Archivtradition die schriftliche Überlieferung Mecklenburgs, seit 1348 reichsunmittelbares Herzogtum, seit 1815 bis 1918 Großherzogtum. Landesteilungen mit der Herausbildung neuer Regierungs- und Verwaltungszentren - z. B. in Güstrow und Neustrelitz - führten über kurz oder lang wieder zu Vereinigungen - so erst 1934 von Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz - mit der Folge, daß das für wertvoll gehaltene Archivgut nach Schwerin abgegeben wurde. Da auch das umfangreiche Archiv der bis 1918 politisch einflußreichen Landstände hierher gelangte, bietet sich der Forschung eine Fülle von Quellenmaterial zu (fast) allen Fragen der mecklenburgischen Landesgeschichte. Größere Lücken gibt es in der Überlieferung der Finanzverwaltung durch den Brand des Kollegiengebäudes 1865 und - für das Inventar schmerzlich - in der Überlieferung des NS-Staates durch gezielte Aktenvernichtungen gegen Kriegsende.|Daß von der insgesamt reichen Überlieferung mit sehr unterschiedlicher Intensität Gebrauch gemacht werden kann, ist vor allem ein Problem der Erschließung. Während die Bestände der Ministerien von etwa 1850 bis 1945 recht gut erschlossen und benutzbar sind, ist in dem Zeitraum von 1400 bis 1850 alles möglich: gute, neueren Ansprüchen genügende Verzeichnung, eher oberflächliche und manchmal fehlerhafte, aber immerhin eine Benutzung gewährleistende Verzeichnung, der auf Schlagworte gestützte grobe Überblick, Konspekt genannt, der noch eine gewisse Orientierung ermöglicht, und im ungünstigsten Fall gibt es gar nichts. Die Schweriner Archivare haben jahrzehntelang mit großer Kraft und Ausdauer die Publikation der mecklenburgischen Urkunden bis 1400 im Mecklenburgischen Urkundenbuch vorangetrieben - für die anderen älteren Bestände blieb nicht viel Kraft und Aufmerksamkeit übrig.|Diese Bedingungen wirkten sich auch auf die Arbeit am Inventar aus - die Urkunden bis 1400 z. B. konnten berücksichtigt werden, die nach 1400 nicht. In Beständen, für die es nur summarische Beschreibungen gibt, können noch Judaica stecken, die der Inventarisierung jetzt nicht zugänglich sind. In Grenzen halten sich die Informationslücken im Inventar durch den makaberen Umstand, daß das jüdische Leben in Mecklenburg nach dem Sternberger Judenpogrom von 1492 für fast 200 Jahre erlosch und dann erst allmählich wieder Wurzeln faßte.|Vom Ende des 18. Jh. an wird die Überlieferungslage für Judaica besser, im 19. Jh. und zu Beginn des 20. Jh. ist sie gut, teilweise spektakulär gut mit Beständen, die Seltenheitswert haben dürften (Israelitischer Oberrat, Landesrabbinat, Jüdische Gemeinden). Einen ersten Überblick über die einschlägigen Bestände bietet ja schon Band 1 der "Quellen zur Geschichte der Juden in den Archiven der neuen Bundesländer". Es ist sehr zu begrüßen, daß diese Schätze durch das vorliegende Inventar gehoben, aufbereitet und im Druck der Forschung zur Verfügung gestellt werden können. Christel Schütt und Brigitta Steinbruch haben als versierte und beständekundige Archivarinnen des Landeshauptarchivs ihre Arbeitskraft neben den Alltagsverpflichtungen, die gerade in den letzten Jahren teilweise erdrückende Ausmaße annahmen, dem Projekt zur Verfügung gestellt und es auftragsgemäß zuende gebracht. Die ersten Benutzer, die von der mühsamen Arbeit profitieren, sind wir vom Kollegium am Landeshauptarchiv, und wir wissen den beiden Dank. Er verknüpft sich mit der Hoffnung, daß die Forschung von dem Angebot, das ein solches Inventar darstellt, Gebrauch macht.|Für Schwerin galt 1945 als Grenzjahr für die Inventarisierung. Der Wunsch, auch den Zeitraum danach einzubeziehen, wurde erst so kurz vor Redaktionsschluß angemeldet, daß nur mit Einschränkungen darauf eingegangen werden konnte. Bearbeitet wurde nur der Zeitraum 1945 - 1952, in dem sich die Zuständigkeit des Landeshauptarchivs auf Mecklenburg und Vorpommern erstreckte, und aus diesem Zeitraum nur die zentrale staatliche Überlieferung, also die der Ministerien und die der Kreise. In diesem Arbeitsbereich hat sich Sigrid Fritzlar in kollegialer Hilfsbereitschaft an der Inventarisierung beteiligt, wofür auch ihr zu danken ist. Nicht berücksichtigt werden konnten die Bezirksverwaltungen Schwerin und Neubrandenburg nach 1952 und das umfangreiche Schriftgut der Parteien und Massenorganisationen.|Das Schriftgut der jüdischen Gemeinde Schwerin nach 1945 befindet sich in der Obhut der Gemeinde.|Rechtliche Grundlagen der Archivbenutzung|Archivgesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern vom 7. Juli 1997; für Zwischenarchivgut: Landesdatenschutzgesetz von Mecklenburg-Vorpommern vom 24. Juli 1992; Archivgebührenordnung vom 1. Febr. 1995.|Dr. Andreas Röpcke, Ltd. Archivdirektor
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Telefax: 0385/59 29 512
E-mail: LHA.Schwerin@t-online.de - Identifier
- QGJ.v4.A0002
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- v4
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