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Landesarchiv Oranienbaum
- Title
- Landesarchiv Oranienbaum
- Description
- Das Landesarchiv Oranienbaum ist als eines von drei Landesarchiven des Landes Sachsen-Anhalt zuständig für die archivalische Überlieferung des früheren Fürstentums/Herzogtums/Freistaates Anhalt sowie für den heutigen Regierungsbezirk Dessau.|Das kleine Land Anhalt, über die Jahrhunderte mehrfach geteilt und wieder vereinigt, erhielt 1872, neun Jahre nach seiner endgültigen Vereinigung (1863) ein gemeinsames Archiv, das als "Anhaltisches Staatsarchiv" im Schloß Zerbst alle Archive der bisherigen Landesteile zusammenführte. Seine Bestände wuchsen in den nächsten Jahrzehnten durch umfangreiche Abgaben der Landesbehörden schnell an. Während des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Archivalien, v. a. aus den älteren Beständen, in Bergwerke, Kirchen und an andere sichere Orte ausgelagert. Die jüngeren Akten verblieben größtenteils im Schloß und wurden, als dieses 1945 in Flammen aufging, zu einem Teil vernichtet. Die Archivalien, die sich noch aus den Trümmern des Schlosses bergen ließen, die geretteten Bestände aus den Auslagerungsorten und auch Akten aus Behörden, die den Krieg überdauert hatten, fanden nach 1945 im Schloß Oranienbaum ein neues Domizil. 1966 nannte man das so entstandene Landesarchiv, da es infolge der Aufteilung des früheren Landes Anhalt auf die DDR-Bezirke Magdeburg und Halle seit 1952 keine aktuelle Zuständigkeit mehr hatte, in "Historisches Staatsarchiv", 1976 dann in "Außenstelle des Staatsarchivs Magdeburg" um. Nach der Neubildung des Bundeslandes Sachsen-Anhalt wurde das Archiv in Oranienbaum 1993 wieder in den Rang eines selbständigen Landesarchivs erhoben.|Die Bestände des Landesarchivs reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Die Archivalien bis ca. 1600 - Urkunden, Amtsbücher und Briefserien - machen das Gesamtarchiv aus, das nach der ersten Vereinigung Anhalts 1570 aus den Beständen der älteren Linien und der sogen. Gesamtung gebildet worden war. Aufgrund späterer, nicht vollendeter Umordnungen im Zerbster Staatsarchiv und infolge von Verlusten und Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist es heute nur zum Teil benutzbar.|1603 wurde das Land erneut geteilt, diesmal in vier Linien: Anhalt-Dessau, Anhalt-Köthen, Anhalt-Bernburg und Anhalt-Zerbst. Die Archive dieser Teilfürstentümer bzw. Teilherzogtümer wurden nach der Vereinigung Anhalts 1863 im Staatsarchiv Zerbst zusammengeführt und dort nach einem einheitlichen Pertinenzschema (Betreffsschema) neu geordnet. Diese Bestände bzw. Archive erhielten die Bezeichnung "Abteilung". Nur die Archivalien von Anhalt-Zerbst, dessen Staatsgebiet bereits 1793 nach dem Tod des letzten Fürsten auf die übrigen Teilfürstentümer aufgeteilt worden war, entgingen dieser Behandlung. Die Zerbster Bestände liegen - bis auf einige Kriegsverluste - heute noch weitgehend so vor, wie sie bei der Aufteilung formiert worden waren.|Mit der Revolution von 1848 wurde die anhaltische Staatsverwaltung in allen drei noch bestehenden Teilherzogtümern - seit 1806/07 führten die anhaltischen Fürsten den Titel Herzog - nach modernen Prinzipien umgestaltet. Anstelle der alten herzoglichen Behörden, die zum größten Teil Verwaltungs- und Justizaufgaben zugleich wahrgenommen hatten, entstanden nun zwei getrennte Instanzenzüge für Verwaltung und Justiz sowie eigene Hofbehörden. Nach der Vereinigung von Anhalt-Dessau und Anhalt-Köthen 1853 und dem Anfall Anhalt-Bernburgs 1863 wurden auch die Behörden der drei Teile schrittweise zusammengelegt. Die Überlieferungen dieser 1848 geschaffenen Behörden bilden im Landesarchiv zum überwiegenden Teil eigene Provenienzbestände. Infolge der stufenweisen Zusammenlegung der Behörden der Teilherzogtümer entstanden zum Teil mehrere Behörden gleichen Namens, deren Bestände im Landesarchiv durch Zählung unterschieden werden, z. B. Staatsministerium Dessau (1) bis (3). Allerdings spiegeln sich diese Stufen nicht bei allen Behörden im Bestandsaufbau des Landesarchivs wider. Die hier beschriebenen Bestände reichen - ungeachtet einiger Verwaltungsänderungen und der Umwandlung des Herzogtums Anhalt in einen Freistaat 1918/19 - bis 1945.|Nach der Auflösung des Landes Anhalt am Ende des Zweiten Weltkriegs gab es noch für wenige Jahre einen Bezirk Dessau (bis 1947), dem die Kreise auf dem Gebiet des früheren Landes unterstanden. Die Kreise existierten in dieser Form noch bis 1952. Die Archivalien der Bezirksverwaltung Dessau und der Kreisverwaltungen bilden im Landesarchiv ebenfalls eigene Bestände. Bei der Bezirkseinteilung der DDR 1952 wurde das Gebiet des früheren Landes Anhalt auf die Bezirke Magdeburg und Halle aufgeteilt, für die die archivische Zuständigkeit beim Staatsarchiv Magdeburg (heute Landesarchiv Magdeburg - Landeshauptarchiv) lag. Infolgedessen verwahrt das Landesarchiv Oranienbaum keine staatliche Überlieferung aus dieser Zeit. Die Bestände setzen erst wieder mit der Bildung des Regierungsbezirks Dessau 1990 ein.|Ergänzt wird die Überlieferung des Landesarchivs durch einen recht umfangreichen Bestand an Karten, Plänen und Bauzeichnungen (17. - 20. Jh.), einige Nachlässe, Sammlungen und Gutsarchive sowie einige, zum Teil bedeutende, Wirtschaftsbestände.|Eine gewisse Sonderrolle nehmen die Bestände aus ehemals braunschweigischen Gebieten ein, unter denen insbesondere die umfangreiche Überlieferung der Kreisbehörden Blankenburg hervorsticht.|Nach dem Landesarchivgesetz von Sachsen-Anhalt hat ein jeder, der ein berechtigtes Interesse hat, das Recht, die Bestände des Landesarchivs zu nutzen. Dieses Interesse kann amtlicher, wissenschaftlicher, publizistischer, heimat- oder familienkundlicher Art sein oder der Wahrnehmung persönlicher Belange dienen. Aus Gründen des Datenschutzes oder der Bestandserhaltung können jedoch Einschränkungen erfolgen. Eine Benutzung ist durch schriftliche Anfrage oder durch persönliche Akteneinsicht möglich. In der Regel ist die Benutzung gebührenpflichtig. Amtliche, wissenschaftliche und heimatkundliche Forschungen sind jedoch von solchen Gebühren befreit. Die Bestellung von Reproduktionen ist in begrenztem Umfang möglich.|Dr. Ulrike Höroldt, Archivrätin
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Schloß
Postfach 15
06782 Oranienbaum
Tel.: 034904/404-0
Fax: 034904/404-27 - Identifier
- QGJ.v3.A0111
- volume
- v3
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Gesamtstaatsministerium (1848-1853)
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Gutsarchiv Hecklingen
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Gutsarchiv Rathmannsdorf (1805-1945)
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Hausministerium Bernburg (1855-1863)
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Junkers-Werke (1892-1953)
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Kammer Zerbst (17. Jh. - 1797)
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Konsistorium Dessau (16. Jh. - 1920)
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Konsistorium Köthen (16. Jh. - 1920)
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Konsistorium Zerbst (1501-1853)
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Kreisbehörden Ballenstedt (1849-1945)
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Kreisbehörden Blankenburg (1832-1947)
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Kreisdirektion Bernburg II (1850-1945)
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Kreisdirektion Zerbst (1850-1945)
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Kreisgericht Ballenstedt (1850-1878)
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Kreisgericht Bernburg (1850-1878)
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Kreisverwaltung Ballenstedt (1945-1950)
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